24.07.12005, 13:46
Zitat:Ich muß ja selbst an meiner eigenen Vernunft zweifeln, denn ich bin ja nicht besser. Seit Anfang der Woche habe ich Verdauungsprobleme und auch so merke ich, daß es meinem Körper wieder schlechter geht. Also wieso machen wir das?
Ich bin nun übrigens darauf gekommen, warum ich an dieser Aussage so hängengeblieben bin. Sie zeugt von ziemlich exakt dem gleichen Verhalten, das Drogensüchtige an den Tag legen.
Ich kann mich gut daran erinnern, wie oft ich solche Gespräche geführt habe.
Irgendwann weiß man schließlich ganz genau, wie sehr man sich schadet, eine Befriedigung ist auch nicht mehr wirklich vorhanden, man grübelt allein oder im Kollektiv, warum man es dann überhaupt immer wieder tut - selbst, oder gerade wenn es einem für gewisse Zeit gelungen ist, nichts zu konsumieren.
Das Ding ist nur einfach, daß einen diese Frage nirgendwohin führt.
Man mag vielleicht die ein oder andere Antwort finden (meiner Meinung nach ist jedoch die einzig wirklich treffende, ein gewisser Hang zur Selbstzerstörung), das ändert aber kaum etwas.
Zu erkennen, warum man etwas tut, mag u.U. ein kleiner Schritt zum besseren Selbstverständnis sein. Die Entscheidung, etwas sein zu lassen, wird dadurch aber kein Stück leichter.
Man kann auf diese Art allerdings die Entscheidung mit all ihren Konsequenzen ganz wunderbar aussitzen. Ich persönlich habe so sicher gut und gerne drei oder vier Jahre verschenkt.
Es bringt einfach nichts, mit dem eigenen (Sucht-)Verhalten zu hadern.
Was meiner Ansicht nach etwas bringt ist Folgendes:
Entweder man entscheidet sich, ein Suchti zu sein - aber dann bitte auch voll und ganz, ohne Selbstvorwürfe und Reue. Oder man entscheidet sich, keiner zu sein.
So simpel ist es im Grunde.
