Frauenrechte
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Alice Schwarzer stellt „Emma“ nach 50 Jahren ein

   

Alice Schwarzer beendet ihr Magazin Emma. Die Ausgabe vom 8. Dezember soll die letzte sein. Wirtschaftliche Gründe seien nach Angaben der 83-Jährigen nicht ausschlaggebend.

„Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben“, erklärte Schwarzer. „Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!“

Emma war am 26. Januar 1977 erstmals erschienen. Schwarzer wollte damit nach eigenen Worten ein Gegengewicht zu den von ihr so bezeichneten „Männermedien“ schaffen. Das Magazin erschien zuletzt alle zwei Monate.

In den vergangenen Jahren bezog Schwarzer politisch erneut Stellung. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sprach sie sich mehrfach für schnelle Friedensverhandlungen mit Rußland aus. 2024 erklärte sie, daß diese Haltung auch Abonnentinnen gekostet habe: „immerhin jede fünfte Leserin hat aus Protest gegen diese Aussage ihr Abonnement gekündigt.“

Schwarzer kritisierte auch die grassierende Transideologie, stets versehen mit dem Hinweis, solche Positionen müßten im öffentlichen Diskurs möglich bleiben.

Schwarzer führte Emma über Jahrzehnte weitgehend selbst. Ein Versuch, die Chefredaktion 2008 an Lisa Ortgies zu übergeben, endete nach kurzer Zeit im Zerwürfnis.

In der vorletzten Ausgabe, die am 27. Oktober erscheint, schreibt Schwarzer, sie habe wiederholt nach Nachfolgerinnen gesucht. Geeignete Journalistinnen hätten sich jedoch für andere Medien entschieden.


Zitat:Das waren Jahre des Aufbruchs, des Übermuts

Angefangen hatte die Emma-Redaktion am Kolpingplatz direkt in der Kölner Innenstadt. An Weiberfastnacht ging die Redaktion stets geschlossen auf dem Alter Markt Karneval feiern. Später zog die Redaktion in den mittelalterlichen Bayenturm im Kölner Rheinauhafen um. Hier arbeitete Schwarzer unter einem Bild der französischen Philosophin und Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir, die ihr in den 60er-Jahren den Weg gewiesen hatte.

Heute sei kaum noch bekannt, was Frauen damals alles durchlitten und sich dann mühsam erkämpft hätten, so Schwarzer. In Vergessenheit geraten sei auf der anderen Seite aber auch, wie frei Frauen damals gewesen seien: „Das waren Jahre des Aufbruchs, des Übermuts! Wir haben ja nicht nur gekämpft, wir haben auch gefeiert und getanzt. Und: Wir hatten wenig Zwänge. Wir hatten kein Instagram und haben kein Botox gespritzt. Das ist heute oft schwer zu vermitteln.“

Schwarzer betont zum Abschied, Emma habe über Jahrzehnte Themen aufgegriffen, bevor sie im breiteren öffentlichen Diskurs angekommen seien. Dazu zählt sie sexuellen Mißbrauch von Kindern, Islamismus, Ehegattensplitting, Brustkrebs und Genitalverstümmelung.

Das vollständige Emma-Archiv soll künftig in das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernommen und dort zugänglich gemacht werden. Schwarzer formuliert es so: Emma werde damit „in die Ewigkeit gehen“.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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