Die Mark wird 860 – Geschichtsfälscher am Werk!
#21
Verteidiger der Mark Brandenburg

   
Dietrich von Quitzow und der treue Schwalbe
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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#22
Also das war ein Tag!!! Ein Tag, der so unglaublich viel zurückgegeben hat. Diese 12 Stunden im strömenden Regen, die hatten es IN sich. Ein paar Freunde treffen sich an den Krügersdorfer Eichen. 30 km westlich der Stelle, an welcher Oder und Neiße zusammenfließen. Oder-Neiße-Friedensgrenze hieß das in der alten DDR. Über all die Jahre haben wir jedoch nicht vergessen, daß unser schönes Land Brandenburg über die Oder-Neiße-Friedensgrenze hinausreicht. Die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges haben es leider mit sich gebracht, daß sich die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen heute mitten durch das Land Brandenburg zieht und den roten Adler damit in zwei Hälften trennt.

   
Die früheren Landesgrenzen der Provinz Brandenburg. Man erkennt den roten Adler deutlich.
Durch die heutige Grenzsetzung fehlt dem roten Adler Brandenburgs jetzt der linker Flügel.

Das sind meine Gedanken, während ich im Regen vor den Krügersdorfer Eichen stehe, die heute ein Naturdenkmal sind, die dickste von ihnen einen Stammumfang von über 10 Metern besitzt und die allesamt noch aus einer völlig anderen Zeit stammen. Vor 1.000 Jahren, als diese Eichen gepflanzt wurden, war das hier ALLES heidnisches Land. Die Sprewanen besiedelten dieses Gebiet.

Spre(e)- w a n e n. Oh, das hört sich gut an!!! Das hört sich vertraut an. Hier an den alten Eichen, die wir paar Freunde zusammen nicht geschafft hätten zu umringen, bin ich wohl auf den Spuren der aller-aller-letzten Wanen. Sie lebten hier vor 1.000 Jahren noch.


   

Und nun hört, was sich damals zugetragen hat.

Es war zu jener Zeit, als der chr*stliche Kreuzritter, Albrecht der Bär, mit seinem Heer von Totschlägern und Mördern in unser schönes heidnisches Land einfiel und es zu erobern versuchte. Dieser Albrecht war ein Askanier, und die Stadt Berlin trägt noch heute seinen Bären als Stadtwappen. 3 x verfluchter Hurensohn!!!

Auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg leben Heveller und Sprewanen friedlich miteinander. Als die Kreuzritter unter Otto I., dem deutschen Kaiser im Jahr 983 zum ersten Mal einfallen, schließen sich Heveller, Sprewanen und andere heidnische Stämme zu einem Bündnis zusammen und schlagen die Kreuzritter in die Flucht. Das war im Jahre 983. Etwa zu dieser Zeit wurden die Eichen von Krügersdorf gepflanzt. Vielleicht als Andenken an den großen Sieg der heidnischen Stämme gegen Ottos Kreuzritterheer? Ich fasse die Eichen an, und meine Gedanken schweifen ab ...

Meine Gedanken landen in jener fernen Zeit, als Jaga von Köpenick der politische Anführer der Sprewanen sich gegen Albrecht den Bären zur Wehr setzen muß. Das war im Jahr 1155. Jaga bedeutet Jäger und ist ein heidnischer Titel. Der König der Sprewanen wurde durch die Hohepriesterin Baba Jaga (Große Jägerin) ernannt. Somit war der Jaga, der von der Hohenpriesterin ernannte politische König des Landes, welcher mit ihrem Segen das Land regierte.

(Heute nennen sie ihn Jaxa von Köpenick oder Jakza von Köpenick und leiten seinen Namen von Jakob her, statt von Jason, Ajax oder Saxzo.)

Auf späteren Münzen wird Jaga jedoch mit Palmzweig und Doppelkreuz dargestellt. Ein klarer Beleg dafür, daß er Chr*st war oder Ch**st geworden ist? Um das nachzuvollziehen, muß man sich an die Zeit zurückerinnern, in welcher die Chr**tianisierung durch das Land spukte und Menschen wegen ihres "falschen Glaubens" folterte, ermordete und das ganze Land entzweite. Als Fürst und König war Jaga ein Politiker, der sicherlich beide Blätter in der Hand hielt. Er holte sich zum einen den Segen der heidnischen Hohenpriesterin und damit die Unterstützung der alten Religion und ihrer Anhänger. Andererseits und gleichzeitig aber auch Frieden und Unterstützung mit den Kreuzrittern, um sein Land und seine Krone nicht zu verlieren.
(Wir kennen das später auch von den Quitzow-Brüdern, die familiär zusammenhielten – nach außen aber ihre jeweiligen Rollen spielen mußten. Zum Wohl der Familie und des Herrschaftserhaltes.)

Jedenfalls hat Fürst Jaga zuerst gegen die Kreuzritter gekämpft und sich ihnen dann später angeschlossen. Wie es wohl dazu kam, frage ich mich an den Eichen stehend? Hat er die Religion gewechselt, wie andere ihre Unterwäsche? Hatte Jaga überhaupt eine innere Überzeugung, oder war er einfach nur ein korrupter Politiker, wie wir sie auch heute kennen?

Hier die Legende, welche die "Chr**twerdung" des Jaga von Köpenick erzählt. 1153 gewann der noch heidnische Jaga die Trigla-Burg in der heutigen Stadt Brandenburg an der Havel. In mehreren militärischen Gefechten besiegen die Sprewanen die Kreuzritter unter Albrecht dem Bären. Doch bereits 4 Jahre später gelingt es Albrecht, die Burg nach langer Belagerung zurückzuerobern.

In dieser Zeit handelt die sogenannte "Schildhornlegende". In dieser Legende wird dem heidnischen Fürsten Jaga von Köpenick unterstellt, er hätte sich taufen lassen. Solche Geschichten haben die Chr*sten jedoch haufenweise ersponnen und verbreiten sie bis heute, weil sie damit die Überlegenheit ihrer Religion verkünden möchten. "Seht her: Euer Heidenkönig hat sich von euren alten Göttern abgewandt! Also hängt auch ihr ihnen nicht länger nach!" Das war und ist die Botschaft, die mit solchen Kolportionen verkündet werden soll.


Zitat:Die Schildhornlegende handelt von dem Heidenfürsten Jaxa von Köpenick, der 1157 im Gründungsjahr der Mark Brandenburg vor Albrecht dem Bären durch die Havel geflohen sein soll. Als Jaxa zu ertrinken drohte, habe er in seiner Not den bisher verhaßten „Chr**tengott“ angerufen und aus Dankbarkeit für seine Rettung seinen Schild und sein Horn an einen Eichenbaum gehängt und sich fortan zum Chr**tentum bekannt. Seither heißt die Landzunge, auf die Jaxa sich gerettet haben soll, Schildhorn. Das Schildhorn gehört seit 1920 zu Berlin. In der Legende spiegelt sich symbolhaft der Gründungsmythos der Mark Brandenburg, der Übergang von der heidnischen zur chr**tlichen Herrschaft wider.

Hilf, Triglaw! Zu Hilf!
Mein Roß, nun halt aus!
Mein Rappe, er sinkt! –
Weh, Morzana mir winkt!
Ha, du armselig Bild! Es grinst wie Spott
Mich die Fratze des Triglaw an! –
O dann hilf du mir, mächtiger Chr*stengott!
G*tt am Kreuze, ich flehe dich an!

So soll Jaxa gesprochen haben, behauptet jedenfalls die chr*stliche Dichtung.

   
Die Landzunge Schildhorn liegt im Landschaftsschutzgebiet Grunewald im gleichnamigen Berliner Ortsteil Grunewald des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf am Ostufer der Havel. Nach Wilhelm Schwartz soll die ursprüngliche Schildhornlegende insbesondere in Pichelsdorf und weiteren umliegenden Dörfern entlang der Havel sowie in Lietzow "sich jedoch zur heutigen Version widersprechend verhalten“ und erzählt worden sein.

Zitat:Bei den Pichelsbergen bildet die Havel einen großen See. Da soll in alten Zeiten während eines großen Religionskrieges ein Ritter, von seinen Verfolgern hart bedrängt, mit seinem Pferd hindurchgeschwommen sein. Als er nämlich auf seiner Flucht in die Landzunge jenseits bei Pichelsdorf geriet, riefen seine Feinde triumphierend aus: "Jetzt haben wir ihn im Sack." Er aber faßte sich schnell, flüsterte seinem Pferd in die Ohren und setzte in die Havel hinein, und wirklich trug ihn sein treues Tier die weite Strecke hinüber bis an das diesseitige Ufer, wo er zum Andenken und heidnischem Dankopfer an seine glückliche Rettung "Schild und Hörn" an einen Eichenbaum hängte.

Davon heißt die Stelle "das Schildhorn", die andere jenseitige Landzunge "der Sack", weil seine Verfolger ausriefen: "Jetzt haben wir ihn im Sack."

Erst Tage nach seiner Rettung soll sich Jago zu den Kröten bekannt haben, weil er keinen anderen politischen Ausweg sah, um die Kreuzritter von Köpenick fern zu halten.

Hingegen heißt es in anderen Sagenbüchern:

Zitat:„Die Feinde verfolgten Jaxa und er that nunmehr das Gelübde, sich zum Chr*stenthum zu bekennen, wenn er sich über die Fluth retten würde, da seine Götter ihn verlassen hätten. […] Hier dankte er für seine Rettung dem G*tt der Ch*isten und legte sein Schild auf die Landspitze, die noch heutzutage zum Andenken an den Sprewanenkönig den Namen S c h i l d h o r n führt.“

Ich stehe an den Eichen zu Krügersdorf und lausche den Regentropfen, welche mit den Eichenblättern eine Art rhythmisches Trommeln entfachen. Ist Jago nun ein Verräter oder ein Politiker, der geschickt die Seiten wechselt? Viel Ehrbares erkenne ich in seinem Verhalten jedenfalls nicht. Auch wenn die Kröten natürlich in ihrem Sinne übertreiben. Die alten Götter haben Jago über den Fluß geführt, er hat ihnen geopfert, und trotzdem wendet er sich ab. Nur weil er seine Macht und seinen Thron behalten will, bekehrt er sich zum Krötentum? Er hätte Heide bleiben sollen und auf den Thronstuhl verzichten!

Und wieder schweifen meine Gedanken ab. Ein Thronstuhl, ja der steht auch in der Gaststätte nebenan. Gleich zwei davon. Hier werden Brautpaare von Standesbeamten vermählt. Ist er so viel wert, der Thron? Nein. Kein Thron der Welt kann es wert sein, unsere Götter zu verraten!

Seinen Übertritt zum Krötentum muß Jago nachfolgend unter Beweis stellen, indem er sich zur Teilnahme an dem Kreuzzug 1162 (nach dem Tod Balduin III.) verpflichtet. Ich beschließe, hier an den Krügersdorfer Eichen, den Sprewanenkönig fortan wieder Jaxo zu nennen. Den Namen Jago hat er sich nämlich nicht verdient. Auch wenn die Kröten natürlich übertreiben und verdrehen.


   
Als Göttin verfügt Baba Jaga auch über drei Rösser, mit denen sie die drei
Phasen des Tages kontrolliert:
Für den Sonnenaufgang – „Meine helle Morgendämmerung“, ein weißes Roß.
Für den Tag ein rotes Roß – „Meine rote Sonne“.
Und ein schwarzes Roß für die Nacht – „Meine dunkle Mitternacht“ geheißen.

   

Baba Jaga ist nicht nur die dreifältige Göttin der Sprewanen, sondern auch der Titel ihrer Hohenpriesterin und Maskenträgerin der Göttin.

Zitat:Sie gilt als eine dreifaltige Göttin, aus einer Jungfrau, einer Mutter und einem alten Weib bestehend. Starb eine von ihnen, konnten sie die beiden anderen mit Hilfe des „Wassers des Lebens“ ins Leben zurückholen. Aus diesem Grunde wird die Baba Jaga auch als Hüterin des Wassers des Lebens und des Todes bezeichnet.

Die Bevölkerung der Sprewanen und Heveller, die im Gegensatz zu ihrem Fürsten die alten Götter treu verehren, können dem (von ihnen als Verrat betrachteten) Handeln ihres Fürsten nichts abgewinnen. So wendet sich das Volk von seinem Fürsten ab. Die Kirche versucht bis heute, den Namen Jaxas reinzuwaschen und durch ihn die Überlegenheit des Krötengottes zu belegen.

Die bedeutendste künstlerische Darstellung der Jaxa-Sage bildet das Schildhorndenkmal, das der Architekt Friedrich August Stüler nach Bleistiftskizzen Friedrich Wilhelms IV. von Preußen entwarf. Das krönende gleicharmige Kreuz symbolisiert Jaxas Hinwendung zum Krötentum.

Auch Theodor Fontane kann dieser Säule nichts abgewinnen und sieht in ihr "ein grauschwarzes, wunderliches Bildwerk, das mich halb an Telegraphenpfosten und halb an Fabrikschornsteine erinnert.


   
Zu Fontanes Zeiten ...

   
... und wieder aufgebaut nach dem Krieg. Es war der Kirche
offenbar wichtig.

Ich danke den stolzen Eichen zu Krügersdorf für ihre Geschichte. Ich liebe Bäume. Ich liebe den Regen, der auf uns herunterprasselt. Ich liebe all die Natur um mich herum. Um dem Alten Weg auch tausend Jahre später zu gedenken und über die Mythen und Legenden unserer Götter zu reden, haben wir hier nach Krügersdorf zu den Eichen gefunden. Freunde, die nicht nur dem Wetter trotzen, sondern an jene herrlichen Zeiten erinnern. Es war eindeutig eine bessere Zeit.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg!
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